ARCHITEKTUR: Architekturbüro Schommer; FOTO: Annika Feuss

EIN HAUS ZWEI WELTEN

Ein Haus am Bonner Stadtrand zeigt, wie Architektur und Topografie zu Partnern werden können. Statt das Grundstück zu dominieren, fügt das Architekturbüro Schommer den Baukörper in den Hang ein – mit klaren Kuben, spannenden Rücksprüngen und Außenräumen, die den Blick ins Tal immer neu inszenieren.

Im Stadtteil Ückesdorf am Rand von Bonn, liegt ein Grundstück, das mehr bietet als Baugrund: einen freien Blick über das Tal, den Kottenforst im Rücken und ganztägig Sonne auf den Hängen. Genau hier entstand ein außergewöhnliches Wohnhaus, das zwei scheinbar widersprüchliche Programme vereint – eine großzügige Einliegerwohnung und ein Einfamilienhaus – und sie doch wie selbstverständlich zu einer architektonischen Einheit verschmilzt.

ARCHITEKTUR: catalaonoquiel; FOTO: Marie Kreibich

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT
MIT LEHM

Diese Doppelhaushälfte aus den 1930er-Jahren zeigt, wie sich Bestand und ökologische Baukultur verbinden lassen. catalanoquiel Architekten aus Köln setzten auf möglichst natürliche Materialien – vor allem auf Lehm.

Das Viertel erzählt vom Übergang: In direkter Nachbarschaft reihen sich Ein- und Zweifamilienhäuser aneinander – vertraut, fast dörflich. Nur wenige Straßen weiter erhebt sich das Städtische, geprägt von Mehrfamilienhäusern. Genau in diesem Spannungsfeld behauptet sich das Gebäude, vermittelt zwischen den Maßstäben und erzählt vom Wohnen in Schichten. 


ARCHITEKTUR: Dirk Lüderwaldt; FOTO: Viola Epler

DAS „ROTE HAUS“ IM
VEYBACHTAL

Die Flutkatastrophe 2021 hinterließ tiefe Spuren in der Eifel. Doch manche Bauwerke erzählen heute von einer zweiten Chance: Das ‚Rote Haus‘ wurde von Lüderwaldt Architekten nicht nur instandgesetzt, sondern mit minimalen Eingriffen zukunftsfähig gemacht – ein Beispiel für ressourcenschonende Denkmalpflege mit poetischer Kraft.

Es ist ein Relikt aus der Zeit des Bleierzbergbaus und prägt seit Jahrhunderten das Veybachtal zwischen Mechernich und Satzvey – das „Rote Haus“. Als die Wassermassen im Juli 2021 das Tal überfluteten, war auch das Gebäude betroffen: beschädigt, aber nicht zerstört. Statt den Verlust hinzunehmen, entschlossen sich Bauherren und Planer zu einem mutigen Schritt – das Haus zu erhalten, ohne seinen Charakter zu verfälschen.


ARCHITEKTUR & FOTO: Steves & Borsum Architekten

VOM SCHATTEN INS LICHT

Wie ein unscheinbares 30er-Jahre-Haus im Kölner Süden durch Steves & Borsum Architekten zu einem hellen Familienheim mit historischem Charme wurde.

Einige Kölner Wohnviertel werden von Reihenhäusern der 1930er-Jahre geprägt. Sie entstanden als praktische, erschwingliche Wohnformen und gelten heute oft als unscheinbar. Mit einem sensiblen Umbau lässt sich ihr ursprünglicher Charme jedoch wieder sichtbar machen –

und zugleich ein modernes, großzügiges Wohnerlebnis schaffen. Ein Projekt im Kölner Süden zeigt, wie ein in die Jahre gekommenes Haus zu neuem Leben erwacht.