Wohnkunstwerk

Der mehrfach ausgezeichnete Neubau von Axel Steudel Architekten nimmt Bezug auf die 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Lesen Sie in ARCHITURA, was das Haus zu einem wunderbaren Bauwerk der Gegenwart macht.

Eine sechsköpfige Familie verlässt ihren geschätzten, aber zu klein werdenden Altbau und baut in der Nachbarschaft. Dabei nimmt das neue Domizil Bezug auf ihre Referenzen, vornehmlich aus den 1920er Jahren. Was aber macht es zu einem Haus der Gegenwart? Zunächst einmal ist es heute erdacht und gebaut. Es scheut die Vorbilder einer vertrauten Wohnarchitektur zwar nicht, versteht sich gleichzeitig aber nicht als deren Nachbau. Dies zeigt sich an der freien Adaption traditioneller Bauelemente und Formen, die bis ins Detail ins Hier und Jetzt übersetzt werden. Dabei geht es Axel Steudel Architekten nicht um vordergründige Effekte, sondern um eine mit Hingabe entwickelte Gestaltung der wesentlichen Bauteile eines Hauses zu einem kohärenten Ganzen.

Eingereiht in die übrigen Häuser einer vorstädtischen Straße im Kölner Westen empfängt es uns mit einer schlichten Haustür aus Eiche, zu der ein mit Ziegeln gepflasterter Weg durch den Vorgarten führt. Ein sanft geschwungener Mauervorsprung bildet die signifikante Adresse und bietet ersten Schutz vor Regen. Während sich die Wohnräume im Parterre befinden, liegen darüber vier Kinderzimmer mit ihren Bädern. Unter dem Walmdach aus gebrannten Tonbibern schlafen die Eltern. Die Grundrisse besitzen einen universellen Aufbau, der auch zukünftige Nutzungsvarianten zulässt.

Im Erdgeschoss sind die Räume drei Meter hoch, die Zimmer darüber etwas niedriger und das Dachgeschoss öffnet sich bis unter die Schrägen des Walmdaches. Die hohen Räume verbinden dabei innenräumliche Qualitäten mit klimatischen und energetischen Vorzügen. Darüber hinaus bestimmen sie die Proportionen des Hauses, was sich nicht zuletzt von der Straße aus bemerkbar macht.Im Erdgeschoss sind die Räume drei Meter hoch, die Zimmer darüber etwas niedriger und das Dachgeschoss öffnet sich bis unter die Schrägen des Walmdaches. Die hohen Räume verbinden dabei innenräumliche Qualitäten mit klimatischen und energetischen Vorzügen. Darüber hinaus bestimmen sie die Proportionen des Hauses, was sich nicht zuletzt von der Straße aus bemerkbar macht.

Große Fenster lassen viel Licht in die Räume fallen. Eine einfache Material- und Farbwahl prägt deren wohltuende Atmosphäre. In den Wohnräumen wurde Fischgrätparkett aus Eiche verlegt, Zementfliesen im Eingang, der Küche und den Bädern. Die in Strichlack nachtblau lackierten Küchen- und Badmöbel stehen bewusst in Kontrast zu dem hellgrauen, individuell entworfenen und maßgeschreinerten Innenausbau. Die handwerkliche Ambition setzt sich bei den Sprossenfenstern aus Eichenholz fort. Beschläge, Möbelbänder und Armaturen aus unbehandeltem Messing sind willkommene Akzente. Mit der Zeit nehmen sie eine natürliche Patina an.

Die Terrassen und Wege sind mit dunkelroten Ziegeln ebenfalls im Fischgrätverband gepflastert. Eine Mauer zur einen und die Garage zur anderen Seite nehmen die Nachbarbebauung auf und schirmen den Garten ab, wo eine mächtige Eiche als Gegenpart zum Haus Schatten spendet. Die einschaligen Ziegelwände des Massivbaus sind unter Vermeidung zusätzlich aufgebrachter Dämmung beidseitig lediglich verputzt. Die Dachdämmung besteht aus Holzfaserplatten, die im Sommer vor zu starker Erwärmung schützen. Hierzu tragen auch die außenliegenden Rollläden aus hellgrau lackiertem Kiefernholz bei. Die Auswahl vorwiegend natürlicher und mineralischer Baustoffe folgt dem Grundsatz, möglichst einfach zu bauen, lässt dies doch eine langlebige ­Nutzungsdauer bei tragbarem Unterhalt erwarten. Auf eine ­aufwändige Lüftungsanlage und allzu viel Technik wurde verzichtet. Frei von Konservierungsstoffen und synthetischen Bindemitteln sorgt stattdessen ein reiner Natur-Kalkputz mit seinen hygienischen Vorzügen für ein gesundes Raumklima. Eine Wasser-Wasser-­Wärmepumpe garantiert eine regenera­tive Wärme­erzeugung und ermöglicht bei Bedarf eine leichte Kühlung im Sommer. Das begrünte Garagendach ist in der Lage, Regenwasser zu speichern. German Design Award ­Winner, Best Architects, Die 50 besten ­Einfamilienhäuser – das von AXEL STEUDEL Architekten wunderschöne einfühlsam gestaltete Haus Scholz ist mehrfach ausgezeichnet.

Domizil mit Persönlichkeit

www.axelsteudel.de

Fotos: Christian Eblenkamp

Architektur/InnenarchitektuR Axel Steudel Architekten, Köln

Lage Köln

Baujahr 2022

Wohnfläche 283 qm

Gartenarchitekt HORTVS Peter Janke Gartenkonzepte, Hilden

Rohbau Bauunternehmung Wagner, Kürten

Elektro/Heizung/Sanitär Bücher Buntenbruch Haustechnik, Jülich

Gartenbau Althaus Golfdesign, Düsseldorf

Zimmermann Zimmerei & Holzbau, Vettelschoß

Dachdecker/Klempner TecCologne Dach & Wand, Hürth-Gleuel

Innen-/Außenputz Stuck Bauer, Pulheim

Kaminbauer Kaminstudio A. Wergen, Zülpich

Estrich A.W. Gallhöfer, Hürth-Efferen

Parkett Parkett Hasler, Köln

Fliesen Marius Megakeramik & Naturstein, Mönchengladbach

Schreiner Möbelbau Geier, Dahlem

Maler Rattay, Brühl