WELLNESS STATT ZAPFSÄULE
Es klingt wie ein Märchen: Aus der ehemaligen Tankstelle am Rande Kölns entstand ein Einfamilienhaus – mit einem Badezimmer, das seinesgleichen sucht. Realisiert von dem Kölner Badstudio ultramarin, setzt der Raum Maßstäbe zwischen Funktionalität, Design und Erlebnis.
„Wir wollten ein Bad, das nicht wie ein Bad wirkt, sondern wie ein Rückzugsort“, so beschreiben die Bauherren ihren Wunsch nach einer chilligen Oase für eine vierköpfige Familie, die in dem außergewöhnlichen Gebäude lebt. Kompakt sollte der Raum sein, aber großzügig wirken, klar gegliedert, dennoch voller Atmosphäre.
Die Leitidee des Badplaners Timo Tscherpel von ultramarin: auf kleinstem Raum eine Wellnesslandschaft entstehen zu lassen, die überraschend und stimmig zugleich wirkt. Herzstück ist die Sauna von Corso, deren vollverglaste Front nicht nur Transparenz schafft, sondern den Blick auf ein eigens gestaltetes Bergpanorama lenkt. Entworfen von der Designerin Lisa Cleeves und auf Glasfasertapete von Wall&Decò gebracht, bildet es eine Rückwand für Sauna und Dusche – und holt ein Stück Natur ins ehemalige Tankstellengebäude.
Die Dusche selbst zeigt sich reduziert: Armaturen von Vola, eine indirekt beleuchtete Sitzbank, warmes Licht von Deltalight. Als Kontrapunkt setzt der horizontale Heizkörper von Tubes ein markantes Zeichen.
Ein besonderes Augenmerk galt dem Waschtisch – ultramarin hat dieses Design Highlight eigens entworfen. Der flache Waschtisch trägt zwei skulpturale Aufsatzbecken von Antonio Lupi, deren Form an Kelche erinnert. Unsichtbar integriert am Ende der Konsole: ein Dusch-WC von Laufen, verborgen hinter einer dezenten Klappe – ein technisches Detail, das den Purismus der Gestaltung bewahrt. Darüber schwebt ein runder, hinterleuchteter Spiegelschrank, der die Lichtstimmung verstärkt und die Architektur fast immateriell erscheinen lässt.
Timo Tscherpel schafft eine Harmonische Komposition auf kleinstem Raum.
Die Herausforderung lag in der Geschichte des Hauses. Niedrige Deckenhöhen und eine ehemals nüchterne Tankstellenstruktur verlangten nach klaren Linien und sorgfältig gesetzten Blickachsen. „Wir mussten den Raum öffnen, ohne ihn zu vergrößern – das Glas, die Spiegel, die Beleuchtung waren dabei unsere wichtigsten Werkzeuge,“ so Timo Tscherpel von ultramarin.
Heute zeigt sich das Bad als harmonische Komposition aus Materialien und Technik. Großformatfliesen geben Ruhe, Lichtzonen schaffen Intimität, und die Sauna macht aus dem Badezimmer einen Wellnessbereich. Ein Bad, das mehr ist als die Summe seiner Teile: Eine gelungene Übersetzung von Bauherrenwunsch, planerischer Raffinesse und architektonischem Mut.
GEWERKE
Planung Timo Tscherpel, ultramarin
Armaturen Vola
Aufsatzbecken Antonio Lupi
Beleuchtung Deltalight
Dusch-WC Laufen
Glasfasertapete Wall&Decò | Entwurf von Lisa Cleeves
Heizkörper Tubes
Sauna Corso
Waschtisch ultramarin