Grün als architektonisches Prinzip

Ein Haus, das durch seine Klarheit besticht, verlangt nach einem Außenraum, der diesem Anspruch standhält. Auf einem kleinen Grundstück entstand durch die Feder

des Teams von Frensch Gartenlandschaft ein Garten, der nicht schmückt, sondern gestaltet. Im Vordergrund: Texturen, Linien – und die stille Kraft der Farbe Grün.

Das Wohnhaus – ein schwarzer Kubus im Bauhausstil mit großzügigen Panoramafenstern – beansprucht fast das gesamte Grundstück. Was bleibt, ist kein Rest, sondern ein bewusst komponierter Außenraum. Die klare Geometrie des Hauses setzt sich in der Gartengestaltung fort: Geradlinig, reduziert und ruhig. Großzügige Sichtachsen erweitern den Innenraum nach draußen, sodass Architektur und Natur ineinanderfließen.

Die Lage am Park ist Glücksfall und Herausforderung zugleich. Eine hohe Eibenhecke schirmt vor neugierigen Blicken ab, während die Kronen der alten Parkbäume als ‚geborgte Landschaft‘ Teil des Gartens werden. So wirkt der Außenraum größer, als er ist, und gewinnt zugleich an Tiefe und Atmosphäre.Die Pflanzenauswahl folgt nicht der Blütenpracht, sondern der Idee von Textur und Schattierung. Unterschiedliche Grüntöne – vom leuchtenden Japan-Berggras über hohen Bambus bis zu dunklen Eiben – bilden ein harmonisches Spektrum. Gräser begleiten den Weg zum Haus, umspielen die geraden Linien der Keramikplatten und verwandeln sich im Herbst in Gelb und bronzefarbene Skulpturen. Der Bambus kontrastiert die Schwere der Architektur und bringt Leichtigkeit sowie Bewegung ins Bild.

Hinter dem schmalen Zugang öffnet sich der Garten mit Terrasse und Pool. Amber­bäume setzen mit ihrer intensiven Herbst­färbung Blickpunkte und sorgen zugleich für Privatsphäre. Versetzte Rhododendren wurden aufgeastet und neu inszeniert, mal als Solitäre, mal als Gruppe, die den Bezug zum angrenzenden Park verstärkt. Formale Beete mit Lampenputzergras schaffen Zonen, Rückzugsorte und intime Nischen, ohne die Klarheit der Gesamtanlage zu stören.


Garten mit Handschrift

Was diesen Garten besonders macht, ist seine Individualität. Die Eigentümer brachten eigene Ideen und ihren Sinn für Ästhetik ein, wodurch eine unverwechselbare Handschrift entstand. Das Ergebnis ist eine Anlage, die Schlichtheit, Präzision und Atmosphäre verbindet. Er wurde mit dem „Garten des Jahres 2025“ vom Callwey-Verlag ausgezeichnet – und zeigt, dass Grün mehr ist als eine Farbe: Es ist ein architektonisches Prinzip.


www.frensch-gartenlandschaft.com


Planungsbüro Frensch Gartenlandschaftsplanung, Moers

Solitäre Baumschule Schmitz, Kaarst

OutdoorMöbel von Dedon

Licht/Außenbeleuchtung LUC lichtundcreatives, Hilden

Leuchten Itterlumen, Spotlight und Uplight, Hilden |

Catellani & Smith, Syphasera

OUTDOORMÖBEL hay

Sonnenschutz TUUCI

Terrassenplatte Ceramic, Seltra |

EMPEROR, Metropolitan Ceramics

Fotos: Frensch Gartenlandschaft, Birgit Hornig