Augenweide

Ein spannender Baukörper aus den 30er-Jahren, original Bauhaus eines Gropius-Schülers, denkmalgeschützt – alt, aber alles andere als in die Jahre gekommen. 2010 wurde ein moderner Anbau sensibel ergänzt, der insbesondere für die Kinderzimmer der wachsenden Kölner Familie notwendig war. Dazu ein Garten, in dem Grün dominiert, der allerdings etwas mit der Gebäudearchitektur fremdelte und schließlich der Familienwunsch nach einem Pool.

Moderner Wohnbereich im Garten

„Der Pool gehörte in die Gebäudeachse des modernen Anbaukörpers mit demütigem Abstand zum ursprünglichen Bauhaus-Körper – das war uns schon beim ersten Besuch klar und damit für die Bauherren eine wichtige Leitplanke“, erklärt Landschaftsarchitekt Bernd Franzen.

So entstand auch im Garten ein moderner Wohnbereich, der sensibel in den vorhandenen Gehölzbestand integriert werden konnte. Dieser wiederum sorgt für Sichtschutz zur Nachbarbebauung und das notwendige Raumgefühl. Eine alte Eibe, eine Hainbuche und ein Judasbaum sind hier die Protagonisten, auf die es ankommt. „Zwei malerische, immergrüne Osmanthus ergänzen dieses Ensemble, werden zu ganzjährigen Pflanzenskulpturen und tauchen zu ihrem Blütezeitpunkt den Garten in einen wohlriechenden Luftkurort, an dem auch ganz früh im Jahr die Wildbienen ihre helle Freude haben“, erklärt Bernd Franzen, der einer der drei gartenplus-Geschäftsführer ist.

gartenplus – die gartenarchitekten schaffen einen Familiengarten mit Pool, der eine perfekte Symbiose mit dem Bauhaus-Projekt eingeht.

Natürlichkeit des Gartenraumes

Mit viel Liebe zum Detail sowohl in der Entscheidungsfindung der Familie als auch in der handwerklichen Umsetzung der beteiligten Kölner Landschaftsgärtner ist ein Anlaufpunkt für die gesamte Familie entstanden. Die Kinder sind inzwischen nicht mehr im Kinderzimmeralter und gehen ihre eigenen Wege, kommen aber – natürlich nicht nur, aber auch wegen des Poolgartens – sehr gerne in ihr Nest zurück. Trotz des spürbaren Architektureinflusses auf die Natürlichkeit des Gartenraumes bleibt er ein grüner Wohlfühlort mit sehr hoher Aufenthaltsqualität, wobei die Verbindung der vielfältigen Linienführungen der Gebäude zu einem harmonischen Ganzen im Garten eine herausfordernde Aufgabe für die Gartenplanung war.


Perfekte Symbiose

Die Pflanzenauswahl ist reduziert, bleibt aber durch die Verwendung von japanischem Berg-Gras im Zusammenspiel mit Schlangenbart und Funkien sehr kontrastreich und dynamisch. Die pflanzlichen Kugeln (Enkianthus) sind eine grüne in sich ruhende Konstante, verwandeln sich im Herbst in atemberaubend rote Feuerbälle und sind damit eine gärtnerische Augenweide. Die Gestaltung mit diesen Pflanzen stellt schon im Vorgarten den pflanzlichen Auftakt dar, womit das gesamte Gebäudeensemble in einer wohltuenden Einheitlichkeit umspielt wird. Vor dem Haus dient das flache Fiederpolster als gestalterischer Rasenersatz und bildet einen dichten weichen Teppich und Tritt- und Sitzfelsen aus heimischer Basalt-Lava machen den Gartenraum auf natürliche Weise erlebbar. Pflanzliches Highlight: Eine kleinblättrige Ulme in Bonsaiform, die neben der Eingangstür im Pflanzgefäß jeden Besucher freundlich begrüßt und damit im besten Sinne zu dieser Familie passt.


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