Aufblühen
Skandinavisches Vasendesign für florale Akzente
Ein Beitrag von Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des Red Dot Awards
Fotos: Red Dot
Wenn nach einem kalten Winter die ersten Blumen Blüten tragen und an Bäumen und Sträuchern Knospen austreiben, wird es bunt. Nur zu gerne holen wir uns diese farbige Vielfalt in die eigenen vier Wände. Doch wie – oder besser gefragt: worin – inszeniert man ein Bouquet am besten? Inspiriert von der Idee, eine Vase zu erschaffen, die als Solo-Artist im Highlight steht und sich dennoch in das Interior einbettet, haben skandinavische Designer und Hersteller ansprechende Glasgefäße und Tischdekorationen entworfen.
Denkt man an Skandinavien und die wärmste der vier Jahreszeiten, kommt einem sofort das Midsommar- Fest in den Sinn. Dieses ist namensgebend für die Minivasen-Serie Midsummer der drei Designer von Claesson Koivisto Rune. Sie besteht aus sieben verschiedenen Formen, welche jeweils für eine bestimmte Blume konzipiert wurden. Damit greift die Serie die Tradition auf, nach jener unverheiratete Frauen am Vorabend der Sonnenwende sieben wilde Blumen unter ihr Kopfkissen legen, die in der darauffolgenden Nacht im Traum das Bild ihres zukünftigen Mannes offenbaren sollen. Jede Vase ist individuell gestaltet und dennoch harmonieren die einzelnen Gefäße nebeneinander; auch, da sie alle ungefähr gleichgroß sind. Das zart getönte Glas von hoher Qualität wurde von der bekannten schwedischen Glasbläserei Orrefors mit handwerklicher Präzision geformt: rund, doppelbauchig, zylinderförmig oder mit schmalem Hals. Die Jury des Red Dot Design Awards zeichnete diese stilvolle Formation zurecht mit einem Red Dot: Best of the Best aus.
Blumensträuße und Zweige passen aufgrund ihrer verschiedenen Größen nicht in die gleiche Vase? Die INU Vase aus Dänemark ist eine Tischdekoration mit vielen Erscheinungsformen für verschiedene Erscheinungsformen. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die mehrere Designkombinationen zulassen. Der obere Teil hat auf einer Seite einen Hals, der sich für hohe Blumensträuße nach unten und für das Aufstellen von langen Zweigen oder Blumenstielen nach oben drehen lässt. Große und üppige Blumensträuße finden nach Entfernung des oberen Elements im unteren Teil des mundgeblasenen Glasgefäßes Platz.
Eine gänzlich anders geformte Glasvase ist Ruutu; designt in Paris von Ronan und Erwan Bouroullec, hergestellt in Helsinki von Iittala. Als Rhombus zieht die Vase separat auf dem Tisch oder auf der Fensterbank positioniert die Blicke auf sich, kommt jedoch ebenso gut gruppiert zur Geltung, denn die einzelnen Vasen der zehnteiligen Kollektion lassen sich wiederum in verschiedenen geometrischen Mustern arrangieren. So sorgen sie für Abwechslung und Aufmerksamkeit. Die Vasen gibt es in mehreren Größen und in sieben Farben.
Ebenso (und unter anderem) als Vase dienlich ist der Tafelaufsatz Ensemble. Die Kollektion von Orrefors und LAYER besteht aus drei Varianten mit unterschiedlicher Sockelhöhe. Gemein haben sie alle ein vertikales Rillenmuster, welches an architektonische Elemente erinnert. Diesen Säulen kann eine Schale mit mittiger Öffnung aufgesetzt werden. Durch ihre dezente Farbgebung fügt sich das Dekoelement gut in den modernen Wohnraum ein.
Die schwedische Tischdekoration Crackle Circular Vase XL könnte man aufgrund ihrer beeindruckenden Größe und ihres außergewöhnlichen Erscheinungsbildes beinahe als „Skulptur“ beschreiben. Die Glasmarke Kosta Boda hat diese auffallend große Vase mundgeblasen und dabei eine alte Technik wiederbelebt. Diese ist für die asymmetrischen Risse auf der Oberfläche verantwortlich. Da die Optik an Eis erinnert, spricht man hier auch von „Eisglas“. Ebendiesem Erscheinungsbild verdankt die Vase ihren Namen „Crackle“.
Ob filigran oder imposant, ob ungefärbt oder bunt: Vasen kommen in vielen Designs. Manchmal hebt sich ihre Gestaltung derart von anderem Dekor ab, dass die Vase als Highlight eines Raumes erscheint, manchmal ist das Design auf die zu beherbergenden Pflanzen abgestimmt – als Zuhause für die vielfältige Frühlingspracht.
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Professor Dr. Peter Zec
Initiator und CEO des Red Dot Awards